Für mehr Sonne, Licht und Luft in Aumühle

Ein lichtdurchflutetes Aumühle inmitten des Sachsenwaldes war für den Gründer Aumühles, Emil Specht, ein überzeugendes Argument für die Standortwahl der von ihm geplanten Villenkolonie. Aumühle ist eingebettet in das größte zusammenhängende Waldgebiet Schleswig-Holsteins. Mit seinen historisch großen Grundstücken ist Aumühle durch lichte Freiräume und große Bäume – häufig Solitäre – geprägt. Dieses „grüne’’ Aumühle wollen wir erhalten und pflegen.

Aumühle verwaldet

Da die allgemeinen naturschutzgesetzlichen Regelungen für den Charakter eines Ortes wie Aumühle nicht ausreichen, hat die Gemeinde bereits im Jahr 1998 eine Baumschutzsatzung verabschiedet, um einen schon damals befürchteten „Kahlschlag’’ zu verhindern. Über die Jahre ist es durch den hohen Schutz dieser Satzung jedoch dazu gekommen, dass Aumühle langsam aber stetig zuwächst und „verwaldet’’. Das Verhältnis zwischen dem Wunsch nach dem Erhalt von großen, alten Bäumen und dem Bedürfnis nach „mehr Sonne, Licht und Luft“ muss dringend neu justiert werden!

Schwächen der aktuellen Rechtslage

Zudem wissen wir, dass sich viele Bürger durch die restriktive Baumschutzsatzung und die zum Teil als willkürlich und kompliziert empfundene, sicherlich auch durch einen falsch verstandenen Naturschutzgedanken entwickelte Genehmigungspraxis bevormundet fühlen und dies als unangemessene Eingriffe in ihre Rechte ansehen. Auch führt die pauschale Forderung nach Ersatzpflanzungen für abgängige Bäume zu großem Unverständnis, wenn diese auch noch auf Grundstücken gepflanzt werden sollen, die ihrerseits bereits im Schatten von Großbäumen liegen.

Schließlich haben uns die letzten Herbststürme auch deutlich die Gefahren erleben lassen, die von großen Bäumen ausgehen. Durch die anhaltenden Regenperioden im letzten Jahr wurde an vielen Standorten der Boden derart aufgeweicht, dass selbst große einheimische Laubbäume mit tiefgehenden Wurzeln umgestürzt sind und Schäden – zum Glück „nur“ an Häusern, Zäunen u.Ä. – verursacht haben. Zwar dürfen Bäume, die nach der Baumschutzsatzung „Gefahren für Personen oder Sachen von bedeutendem Wert“ darstellen, dem Grunde nach gefällt werden; allerdings hat sich auch hier eine Verwaltungspraxis herausgebildet, die den betroffenen Grundstücksbesitzern regelmäßig hohe und vor allem kostenträchtige Hürden auferlegt, um die Fällbedürftigkeit nachzuweisen.

Für eine sinnvolle Lockerung der Baumschutzsatzung

Die Rechtslage in diesen Fragen muss dringend neu geordnet und klarer zugunsten der Bürger geregelt werden. Die Baumschutzsatzung einfach abzuschaffen, wäre dafür aber der falsche Weg: Der landes- und bundesgesetzliche Schutz von Bäumen greift grundsätzlich erst ab einem Stammumfang von 2 (!) Metern; auch wenn unter besonderen Umständen auch kleinere Bäume geschützt werden, könnte das grüne Ortsbild von Aumühle auf dieser Basis bei Weitem nicht erhalten werden. Erleichterungen im Genehmigungsverfahren (Stichwort: Gutachten) würden sich ebenfalls nicht ergeben.

Die UWG hält es deshalb für richtig, die gemeindliche Baumschutzsatzung sinnvoll zu lockern, ohne den Bestand der großen, alten Bäume zu gefährden. Zugleich soll die Freiheit und Eigenverantwortung der Grundbesitzer gestärkt werden. Konkret setzen wir uns für folgende Anpassungen ein:

  • Erhöhung des Stammumfangs für genehmigungsfrei zu fällende Bäume (derzeit: nur bis 1 Meter)
  • Befreiung für weitere Baumarten, insbesondere für schnellwachsende und kurzlebige Bäume (z.B. Birken und Eschen)
  • Erleichterung der formalen Voraussetzungen für Fällanträge in Bezug auf Gefahrenbäume, strittige Fälle sind zur Vermeidung teurer Gutachten möglichst im Umweltausschuss zu entscheiden
  • Einschränkung der bislang generellen Verpflichtung zu Ersatzpflanzungen/-zahlungen
  • Ortseinheitliche Regelung des Baumschutzes ausschließlich über die kommunale Baumschutzsatzung, grundsätzlich nicht über B-Pläne (aktuell z.B. B-Plan „Kuhkoppel“)


Für mehr Sonne, Licht und Luft in Aumühle!